#4 Es Weihnachtet – was bisher geschah

Nachdem ich im vergangenen Post eine kurze Einführung in (meine) Schule, jede Schule ist natürlich unterschiedlich, gegeben habe, möchte ich heute einfach nur ein kurzes Status-Update geben und berichten, was in den letzten Wochen so bei mir angefallen ist.


Wie ich ja bereist im vorherigen Post erwähnt hatte, nimmt natürlich die Schule einen beachtlichen Teil meiner Zeit ein. Da wird vor allem die Zeit an Wochenenden immer wichtiger, und auch „weitere“ Strecken müssen so vorher eingeplant werden. Nichtsdestotrotz habe ich in der letzte einiges an Erlebnissen gehabt, von Festen, über Hochzeiten, bis hin zu Volleyball­­- und Football-Spielen.


Jedes Jahr steht an unserer High School eine Tradition an; der Nachbarort, Freedonia, und unsere Ortschaft, Neodesha, pflegen seit bereits vielen Jahrzehnten eine Rivalität, welche sich um ein Football-Spiel gegeneinander dreht. Dieses Spiel steht nur einmal pro Saison im Oktober an, und um dem gegnerischem Team ein “schlechtes Omen” für das kommende Spiel zu beschwören, wird in der Nacht vor dem Spiel eine gegnerische “Spieler-Puppe” angezündet. Fernerhin wird eine kleine Hütte gebaut, welche die gegnerische Schule repräsentieren soll. Sich dieses Spektakel einmal live anschauen zu können war wirklich eine Erfahrung wert. – Am Donnerstagabend vor dem Football-Spiel war es dann soweit; viele meiner Mitschüler fanden sich auf einem kleinen Feld ein, es wurde Essen ausgegeben und als Highlight des Abends ging die Hütte samt Puppe in Flammen auf. Im Vorhinein hatte sich auch jeder kleine “Voodoo Puppen” gebastelt, welche wir dann alle ins Feuer warfen.

Das Football-Spiel am Abend danach war auch nochmal eine weitere Erfahrung, welche es wert war zu sehen; ein gefülltes Stadium, auf beiden Seiten, und spannendes Football-Spiel mit viel Essen, Cheerleadern, und Spielern.


Ende Oktober war es Zeit für Halloween – ein natürlich in Deutschland bekanntes “Fest”, jedoch in den USA ganz anders zelebriertes Fest. Anstatt, dass ein paar Kinder die Straße runter gehen und an jeder Haustür nach “Süßem oder Saurem” fragt, wird die ganze Schule geschmückt und fast alle jüngeren (7.-9. Klasse) verkleiden sich. Natürlich gibt es auch ein paar “ältere” welche sich auch beteiligen, ist jedoch eher die Ausnahme. Den ganzen Schultag lang wurden demnach am Freitag vor Halloween dann Spiele gespielt, und zum Abschluss gab es dann einen Kostümwettbewerb. Die Schule kümmert sich richtig um die Schüler, es wirkt nicht so öde und langweilig; eine durchaus schöne Abwechslung.

Nach Oktober kommt der November; dieser ist und war nicht nur mit meinem Geburtstag gefüllt, nein, auch Thanksgiving findet im November. Der amerikanische Feiertag neben dem 4. Juli. Mein Geburtstag ging schnell vorbei, wobei mir in der Schule überraschend viele Menschen gratuliert haben, seien es Lehrer, Sekretärinnen, oder Schüler. Als meisterhafte Krönung kam dann auch noch am selben Tag ein “Geburtstagspäckchen” aus Deutschland an, was mich natürlich sehr gefreut hat.


In den Vereinigten Staaten ist der Thanksgiving Day ein staatlicher Feiertag, der am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert wird. Das Fest zitiert Elemente aus dem Pionierleben der Pilgerväter und trägt somit einen gewissen nationalen Charakter. Thanksgiving ist in den Vereinigten Staaten das wichtigste Familienfest im Jahr, außerdem werden von vielen Familien auch Freunde oder andere Gäste eingeladen. In seinem Mittelpunkt steht eine große Mahlzeit (häufig Abendessen). Wikipedia

Kommen wir also zu Thanksgiving. Ein Fest welches mit der Familie zusammen gefeiert wird, und da die Mutter meines Gastvaters im Nachbarort wohnt, wird sich immer dort zusammengefunden um dieses Fest zu zelebrieren. Nachdem ich dann einen gestressten Anruf meiner Gastmutter erhalten habe, ob ich noch “eben schnell” das Festessen zubereiten kann, ein Truthahn mit allerlei Beilagen, beschäftigte ich mich den ganzen Morgen an meinem schulfreien mit Zubereiten von Truthähnen und anderer Leckereien. Das Resultat, ein komplettes Essen für die ganze Familie, war sogar besser als erwartet und keiner der Familie gat etwas bemerkt. Neben dem ganzen Essen, war es aber auch sehr interessant alle anderen Familienmitglieder zu treffen und sich mit diesen zu unterhalten.

Ich beim puzzeln an Thanksgiving

Und dann war der November auch schon vorbei. Im November startete auch die Basketball-Saison und als großer Spieler wurde förmlich darum gebettelt, dass ich dem Team beitrete. Seit November steht also jeden Tag Basketball Training an, eine interessante und außergewöhnliche Erfahrung.

Den Dezember durfte ich dann also jeden Tag Basketball spielen, man verbringt den ganzen Tag in der Schule. Normalerweise ja eine gute Sache im Winter, nur war es den Dezember über immer zwischen 18 – 24 grad, fast sommerliche Bedingungen, welche man natürlich lieber im Freien als in der Schule verbringt.

Der Dezember brachte aber einiges mit sich; zunächst gab es eine Weihnachtsfeier von der Firma meines Gastvaters. Da diese Boote herstellt, wurde eines der Boote festlich geschmückt und dann auf einem Anhänger als Teil einer Parade durch die Innenstadt einer Stadt gezogen. Unter all dem Trubel hatte sich auch ein Gelsenkirchener mit seinem Oldtimer versteckt, welchen ich erst entdeckte, als ich das Oldtimer-Kennzeichen mit dem “H” sah. Da ich aber auf dem Boot als Teil des Festzugs saß, hatte ich keine Möglichkeit zu fragen, was es einen Gelsenkirchener nach Kansas verschlagen hat.

Außerdem stand ein Ausflug von der Austauschorganisation zu einem Freizeitpark an. Soweit hörte sich das ganze auch sehr gut an, jedoch war der Park absolut überlaufen, und als Krönung ist uns bei der Einfahrt zum Park ein unaufmerksamer Fahranfänger aufgefahren. Deutlich besser war jedoch der Tag danach; Mr. Fehr und ich fuhren nach Kansas City zum National WW1 Museum. Und da Mr. Fehr im besagten Museum eine Mitgliedschaft besitzt, konnten wir jeden Bereich einfach so besuchen. Äußerst interessant! Das Highlight war eine VR (Virtual Reality) Veranstaltung im Museum, bei welcher ein gesamter Graben, wie sie im ersten Weltkrieg im Einsatz waren, nachgebaut wurde und dann als Teil einer ca. 20 Minütigen Geschichte begehbar und erkennbar war, während um einen herum Bomben einschlagen, Panzer zerstört werden, oder andere Teile um einen herum fliegen (War Remains).

Das nächste Highlight für den Dezember war dann ein Trip nach Oklahoma (ein Nachbarstaat, zu den Eltern meiner Gastmutter. Diese haben ein Haus direkt am See, und sogar im Winter war es eine tolle Erfahrung.

Zu guter Letzt steht im Dezember natürlich Weihnachten an, die Geburt Jesu spielt in den Staaten jedoch eher weniger eine Rolle. Für mich als Atheist natürlich kein Problem, die Zeit mit der Familie, die Geschenke, und vor allem das Essen sind dabei um einiges interessanter. Wie auch schon an Thanksgiving, stand ein Besuch bei der Mutter meines Gastvaters an. Dieses mal wurden jedoch mehrere Spiele für alle Vorbereitet, und auch haben mehr Familienmitglieder die Feier besucht. Auch hier war es wieder sehr interessant mit so vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und zu erklären, dass Deutschland mittlerweile wiedervereinigt ist, keine Diktatur mehr besitzt, und Coca Cola käuflich frei erwerblich ist.


Doch so neigt sich das Jahr dem Ende zu. Während irgendeine Covid-Variante, scheinbar “Omicron”, in Europa und den größeren Städten Amerikas wütet, existiert Covid/Corona hier einfach gar nicht – ich genieße die Zeit. Außerdem wünsche ich allen ein schönes neues Jahr, bis dann!

Teilen

Share on facebook
Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on email
Email

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Weitere Beiträge

Instagram  /  Youtube  /  impressum  /  Datenschutz

ÄNDERUNGEN, IRRTÜMER UND SCHREIBFEHLER VORBEHALTEN.
ALLE VERWENDETEN WARENZEICHEN SIND EIGENTUM IHRER JEWEILIGEN INHABER, © 2022 Jeroen Nijhof